Ratgeber / Sichtbarkeit
Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Die Checkliste
Eine neue Website soll mehr Anfragen bringen, nicht weniger. So vermeiden Sie, dass Google-Platzierungen beim Relaunch verloren gehen: Bestandsaufnahme, Weiterleitungen, Inhalte, Technik und die ersten Wochen danach.
Ein Relaunch ist für viele Unternehmen der Moment, in dem die Website endlich modern aussieht. Und manchmal der Moment, in dem die Anfragen plötzlich einbrechen. Der Grund ist fast nie das neue Design, sondern das, was beim Umzug verloren geht: Adressen, Inhalte und Signale, die Google über Jahre gesammelt hat.
Die gute Nachricht: Das lässt sich fast vollständig vermeiden. Mit dieser Reihenfolge.
1. Vorher festhalten, was heute funktioniert
Bevor irgendetwas umgebaut wird, braucht es eine Bestandsaufnahme:
- Welche Seiten bringen Besucher? Die Google Search Console zeigt unter „Leistung“ die Seiten mit den meisten Klicks und die Suchbegriffe dazu.
- Welche Adressen gibt es überhaupt? Eine vollständige Liste aller URLs, etwa aus der alten Sitemap oder einem Crawl.
- Wer verlinkt auf Sie? Verweise von anderen Websites zeigen meist auf bestimmte Unterseiten. Diese Seiten dürfen nicht einfach verschwinden.
Faustregel: Eine Seite, die heute Besucher bringt, wird beim Relaunch nicht gestrichen, sondern verbessert.
2. Jede alte Adresse bekommt ein Ziel
Ändern sich Adressen, etwa von /leistungen/badsanierung.html zu /badsanierung/, braucht jede alte URL eine dauerhafte Weiterleitung (301) auf die passende neue Seite. Nicht auf die Startseite, sondern auf die inhaltlich passende Unterseite.
Ohne Weiterleitung landen Besucher und Google auf einer Fehlerseite. Mit Weiterleitung wird ein großer Teil der bisherigen Stärke auf die neue Adresse übertragen.
Praktisch heißt das: eine Tabelle mit zwei Spalten, „alte Adresse“ und „neue Adresse“. Jede Zeile wird vor dem Livegang umgesetzt und danach getestet.
3. Inhalte nicht kürzen, sondern schärfen
Viele Relaunches folgen dem Trend „weniger Text“. Das ist für den ersten Eindruck richtig, kann aber für Google falsch sein, wenn dabei genau die Inhalte verschwinden, für die die Seite gefunden wurde.
Besser: Die Startseite klar und reduziert halten, aber für jede wichtige Leistung eine eigene Seite mit vollständigem Inhalt anbieten. So bleibt die Seite übersichtlich, und Google findet trotzdem alles, wonach Menschen suchen.
4. Technik vor dem Livegang prüfen
Kurz vor dem Umschalten lohnt ein technischer Durchgang:
- Titel und Beschreibungen jeder wichtigen Seite gesetzt, nicht leer oder doppelt
- Keine Sperre für Suchmaschinen mehr aktiv (Testumgebungen sind oft auf „noindex“ gestellt, das wird gern vergessen)
- Neue Sitemap erstellt, alte Seiten nicht mehr enthalten
- Ladezeit und Smartphone-Darstellung geprüft
- Strukturierte Daten für Unternehmen, Adresse und Öffnungszeiten eingebunden
- Formulare getestet, inklusive E-Mail-Zustellung
5. Die ersten vier Wochen danach
Nach dem Livegang ist die Arbeit nicht vorbei:
- Sitemap neu einreichen in der Google Search Console und den Bing Webmaster Tools.
- Die wichtigsten Seiten zur Indexierung anmelden (URL-Prüfung in der Search Console).
- Fehlerseiten beobachten: Tauchen in der Search Console 404-Fehler auf, fehlt eine Weiterleitung.
- Klicks vergleichen: Ein kleiner Dämpfer in den ersten Tagen ist normal. Nach zwei bis vier Wochen sollte das alte Niveau wieder erreicht sein, mit guter Arbeit darüber.
Kurz-Checkliste
- Top-Seiten und Suchbegriffe aus der Search Console gesichert
- Liste aller alten Adressen erstellt
- Für jede alte Adresse eine 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite
- Wichtige Inhalte erhalten oder verbessert, nicht gestrichen
- Titel, Beschreibungen, Sitemap und strukturierte Daten geprüft
- Keine Indexierungssperre aktiv
- Formulare und E-Mail-Zustellung getestet
- Nach Livegang: Sitemap eingereicht, Fehler beobachtet, Zahlen verglichen
Fazit
Ein Relaunch muss kein Risiko für Ihre Sichtbarkeit sein. Wer vorher festhält, was funktioniert, jede alte Adresse sauber weiterleitet und die ersten Wochen danach aufmerksam beobachtet, startet mit der neuen Website nicht bei null, sondern dort, wo die alte aufgehört hat.
Genau so gehen wir bei jedem Relaunch vor. Wenn Sie wissen möchten, worauf es bei Ihrer Website ankommt, fordern Sie eine schriftliche Ersteinschätzung an.